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Bürgermeister
Helmut Stühn
Rathaus
Bahnhofstraße 4
57567 Daaden

Telefon: (02743) 929-111
Telefax: (02743) 929-410
buergermeister@daaden.de 

 

Sprechzeiten:
Nach Vereinbarung an allen Tagen;
feste Abendsprechstunde: Donnerstag von 17.00 - 19.00 Uhr


1. Beigeordnete
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Auf der Erbesbitz 2
57520 Derschen

Telefon: (02743) 930589


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Dorfwiese 10
57562 Herdorf

Telefon: (02744) 1582


Beigeordnete
Roswitha Denker
Schulstraße 2
56472 Nisterberg

Telefon: (02661) 1366

 

 


»Das Land sagt Danke!« 10.06.2022 


„Das Land sagt Danke!“

Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz für Lothar Schäfer aus Weitefeld

In Anerkennung seiner ehrenamtlichen Verdienste für das Allgemeinwohl hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz an Lothar Schäfer aus Weitefeld (3. von rechts) verliehen. Prof. Dr. Martin Kaschny, Vizepräsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (rechts), nahm die Verleihung jetzt im Sitzungssaal des Daadener Rathauses vor. „Das Land sagt Danke!“, so Kaschny. In seiner Laudatio führte er aus, dass sich Lothar Schäfer über Jahrzehnte für bedürftige Menschen im Osten und Südosten Europas einsetzt. Dabei sei sein christliches Welt- und Menschenbild, das eine tiefe Bedeutung für sein tägliches Handeln habe, sein persönlicher Antrieb. Seit der Gründung der Bibel- und Missionshilfe Ost (BMO) im Jahr 1994 leitete Schäfer den Verein gemeinsam mit Bernd-Albert Schneider 26 Jahre lang. Die Vereinsgeschichte beginnt eigentlich schon im Jahr 1979. Damals begannen die ersten Transporte mit versteckter christlicher Literatur hinter den „Eisernen Vorhang“. Zunächst nach Rumänien, später auch in andere Länder. Nach der Wende in Ost- und Südosteuropa Ende der 1980er Jahre hat sich die zunächst eher private Initiative sehr stark ausgeweitet. Sie führte dann auch zur Gründung des Vereins Bibel- und Missionshilfe Ost e.V. Nach dem Zerfall des Kommunismus wurden ab 1990 Missionseinsätze und Hilfsaktionen in mehreren Ländern des ehemaligen Ostblocks durchgeführt, unter anderem in Russland, Kasachstan und nach dem Ende des Krieges in den Ländern Ex-Jugoslawiens – Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien. Aktuell unterstützt die BMO Flüchtlinge aus der Ukraine, die in Rumänien in christlichen Gemeinden untergebracht und versorgt werden. Ein großer Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt nach wie vor in Rumänien. Hier wurden Kinderheime in Moșna und Bârlad gegründet. Zehn bis zwölf Mal im Jahr fahren LKW mit Hilfsgütern nach Rumänien. Kaschny erwähnte das Kinderheim Betania in Bârlad. Dort habe sich Lothar Schäfer im Lauf der Jahre ganz stark immer wieder vor Ort mit Rat und praktischer Tat eingebracht. Das Kinderheim liegt in einer der ärmsten Regionen, eine Autostunde von der moldawischen Grenze entfernt. Seit 1996 ist es das Zuhause von Kindern, die entweder keine Eltern mehr haben, oder deren Eltern nicht mehr für sie sorgen können. Die aktuell 27 Kinder leben in kleinen Häusern in familienähnlichen Gemeinschaften. In Bârlad wurde außerdem eine Straßenkinderarbeit begonnen. Legendär ist auch die seit einigen Jahren stattfindende Weihnachtspäckchenaktion für die Kinder vor Ort. Sowohl die Mitglieder des Vorstands, als auch alle anderen Mitglieder und Helfer der BMO arbeiten ehrenamtlich. Dadurch ist es möglich, den größten Teil der eingehenden Spendengelder für die Vereinsziele zu verwenden. In Bosnien und Kroatien sind nach den Kriegen Gemeindegründungs- und Missionsarbeiten mit eigenen Missionaren entstanden. In Sarajevo wurde auch ein Freizeithaus gebaut, das für Jugendfreizeiten genutzt wird. Mit anderen christlichen Hilfsorganisationen und Missionswerken gibt es einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Über Jahre habe Schäfer mitgeholfen, rund 700 LKW-Hilfstransporte in die Ukraine, nach Polen, nach Russland nach Serbien und in weitere Länder zu organisieren, so der Vizepräsident weiter. Ein großes Anliegen sei für den Geehrten die Verbreitung der Heiligen Schrift. Er habe dafür gesorgt, dass die biblische Botschaft des Evangeliums auch in Schriftform unter die Menschen kam und dazu zahlreiche Literaturprojekte angestoßen. Über 20 Jahre hat Lothar Schäfer die Arbeit der Christlichen Gemeinde in der Ringstraße in Weitefeld maßgeblich geprägt und betreut. Er engagierte sich bei zwei großen Baumaßnahmen, bei Predigtdiensten und war auch mitverantwortlich dafür, dass die Kinder- und Jugendarbeit ins Leben gerufen wurde. Auch sein handwerkliches Geschick stellte er in den Dienst der Gemeinschaft. Zudem habe er sich nachhaltig um kranke oder alt gewordene Mitglieder der Gemeinde gekümmert. Auch heute steht Schäfer den Nachfolgern seines Lebenswerks - der Bibel und Missionshilfe Ost e.V. - mit Rat und Tat ehrenamtlich zur Seite.

Herzliche Glückwünsche des Landkreises Altenkirchen und von Landrat Dr. Peter Enders persönlich übermittelte der Erste Kreisbeigeordnete Tobias Gerhardus (2. von rechts), der den überwältigenden, von einer christlichen Grundeinstellung geprägten Einsatz lobte. Für Bürgermeister Helmut Stühn (links) war es eine besondere Freude, die Gäste – allen voran Lothar und Karin Schäfer und drei ihrer vier Kinder sowie Schäfers Mitstreiter Bernd-Albert Schneider und Benjamin Popa, im Rathaus begrüßen zu können. Selbst Weitefelder und in der Nachbarschaft von Lothar Schäfer aufgewachsen habe er das Engagement, die Hingabe an die Sache, die Arbeit aus tiefster Glaubensüberzeugung seit seiner Kindheit sehen und erleben können, so der Bürgermeister. Er habe die Lichtblitze aus der Garagenwerkstatt hinter dem Wohnhaus noch in Erinnerung, wenn Lothar Schäfer bis in die Nacht Schweißarbeiten an Fahrzeugen verrichtete, die nach Rumänien gehen sollten. Er sehe die Scheune, Nebengebäude und den Hofraum als Zwischenlager noch mit Material und Hilfsgütern gefüllt, die LKW noch vor dem Wohnhaus stehen, wenn sie beladen und für die Fahrt fertig gemacht wurden. Diese jahrzehntelange Arbeit sei bis an die Grenze der zeitlichen, gesundheitlichen und persönlichen Leistungsfähigkeit, und manchmal darüber hinausgegangen. Er finde es gut, dass diese großartige Arbeit jetzt durch eine Ehrung des Landes gewürdigt werde. Lothar Schäfer sei als der Motor der Projekte die richtige Person für diese Ehrung, aber sicher auch der Erste, der anerkennt, dass die Tätigkeit nur durch Gottes Hilfe und die Unterstützung vieler weiterer Menschen möglich war. Stühn nutzte die Gelegenheit, um ganz persönlich, aber auch im Namen der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf Danke zu sagen. Dank für ein unermüdliches Wirken, Beharrlichkeit, selbstlosen Einsatz, Dank für ein Leben im Glauben und entsprechend den Werten, die weit über unsere Zeit hinausgehen. Ein besonderer Dank ging aber auch an Karin Schäfer, ohne die das Ganze nicht zu meistern gewesen wäre.

Ortsbürgermeister Karl-Heinz Keßler (3. von links) war es, der Lothar Schäfer bereits im Jahr 2014 für eine Ehrung durch das Land vorgeschlagen hatte und in den Folgejahren immer wieder beharrlich nachfragte. Er brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, dass das über Jahrzehnte andauernde Wirken Schäfers und der BMO auf diese Weise gewürdigt wird. Ihm sei bewusst, dass Lothar Schäfer nur ungern im Scheinwerferlicht stehe und regte an, die vielen Erlebnisse im Rahmen der Hilfseinsätze einmal in schriftlicher Form einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Dass diese Arbeit weiter gehe, sei auch den vielen jungen Leuten zu verdanken, die mithelfen, berichtete Lothar Schäfer. Er erinnerte an die Anfänge im Jahr 1979 als er zu Ostern erstmals in Rumänien war und schlug einen Bogen zur heutigen Situation mit dem schlimmen Krieg in der Ukraine. Was ihn motiviere sei die Liebe Gottes. Sie treibe ihn an und von dieser Liebe wolle er ein Stück weitergeben. Er habe in jungen Jahren schon Vergebung von Schuld und Sünde in Jesus Christus gefunden und sei immer noch ergriffen davon, dass Gott sich so tief herabgeneigt und seinen Sohn in die Welt gesandt hat. Und rückblickend auf die vielen Fahrten könne er nur dankbar sein für alle Bewahrung die man bei den oft nicht ganz ungefährlichen Einsätzen erfahren habe. Ein herzlicher Dank ging auch an die unzähligen Helfer, seine Familie und an seine Frau Karin für alle Unterstützung.

»Das Land sagt Danke!« - Lothar Schäfer