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18. Wirtschaftsgespräch in Schloß Friedewald 25.05.2011 

Mittelstandslotse der Landesregierung beim 18. Wirtschaftsgespräch

Am 24. Mai 2011 fand das 18. Wirtschaftsgespräch im Schloss Friedewald statt. Als Referenten be-grüßte Bürgermeister Wolfgang Schneider dazu Eckart Hellferich. Hellferich ist seit Mai 2009 der eh-renamtliche Mittelstandslotse der Landesregierung Rheinland Pfalz. Zuvor war er Leiter im Controlling der G.M. Pfaff AG in Kaiserslautern. Später arbeitete er als kaufmännischer Leiter in der Möbelindust-rie und im Finanzvorstand der Kulmbacher Spinnerei. 1986 wurde Helfferich Geschäftsführer der Verlagsgruppe Rhein-Main in Mainz. Er ist heute als Geschäftsführer der Artja Consult GmbH in Stade-cken-Elsheim tätig. Der Mittelstandslotse bot zunächst an, unverbindlich und kostenlos Kontakt zu ihm und seinem Team aufzunehmen, wenn Schwierigkeiten oder Fragen aus dem Themenbereich ‚Mittelstand’ vorliegen. Dieses Angebot wende sich an Betriebe aller Größenklassen. Es gewährleistet wegen seiner Platzierung bei einer Stabsstelle den schnellen Zugang zum Ministerpräsidenten, dem Wirtschafts- oder Finanzministerium oder sonstigen Mitgliedern der Landesregierung. Seine Funktion beschrieb der Mittelstandslotse als ehrenamtlich und in politischer, persönlicher und wirtschaftlicher Sicht unabhängig. Eckart Hellferich ist außerdem Vorsitzender der Business Angels Rheinland-Pfalz, einer Organisation, deren Mitglieder als Investoren in junge Unternehmen auftreten und in der Ge-schäftsführung oder den Aufsichtsgremien der Unternehmen beratend und unterstützend mitwirken oder auch bei Geschäftskontakten behilflich sind. Daneben arbeitet er auch beim Senior Expert Service (SES) mit. Dabei handelt es sich um ehemalige Unternehmer und Führungskräfte, die ehrenamtlich bei Schwierigkeiten in Unternehmen durch kostenlose Untersuchungen und Expertisen beraten.

Die Funktionen des Mittelstandslotsen ließen sich, so der Referent, mit drei Schwerpunkten beschreiben. Bei der Funktion als Verbindungsmann stehe die Kontaktherstellung und -pflege zwischen dem Mittelstand und der Landesregierung, einer Vielzahl von Behörden, den Verbänden und Kammern sowie Banken im Vordergrund. Dazu werden spezielle Anliegen des Mittelstandes aufgegriffen und die Vertreter der Politik, aber auch Behörden und andere Stellen dafür sensibilisiert. Als Mediator organisiert der Mittelstandslotse gemeinsame Gespräche zur Lösungssuche. Dies kommt häufig bei Liquiditätsproblemen vor, wenn Vertreter von Banken zusammen mit der Unternehmensleitung und dem Mittelstandslotsen adäquate Finanzierungsalternativen erarbeiten und deren Umsetzung vorbe-reiten. Wichtig seien neben der Hausbank dabei die Kontakte zur ISB und KfW im Zusammenhang mit den bestehenden Fördermöglichkeiten. Eine Mediatorenfunktion könne sich aber auch im Zusammenhang mit Behörden ergeben, etwa wenn Steuerrückstände erst zu einem späteren Zeitpunkt getilgt werden können und Stundungsverhandlungen mit dem Finanzamt zu führen sind. Die Beratungsfunktion finde ihren Ausgang in der Initialberatung, etwa bei der Gründung des Unternehmens oder bei Grundsatzfragen, so z. B. bei der Nachfolgeregelung. Spezielle Fragen würden allerdings den dafür spezialisierten Beratungsunternehmen, den Kammern oder Fachverbänden zugewiesen. Bei Fragen des Business-Plans, der Liquiditätsplanung, der Finanzierungsidee und -struktur sowie dem Personalmanagement stehe der Mittelstandslotse jedoch dem Unternehmen beratend zur Seite, gibt Anregungen und weist auf praxisgerechte Werkzeuge und Verfahren hin. Wichtig ist dafür eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Unternehmen, auf die Hellferich besonderen Wert legt. Dazu trage die persönliche Präsenz bei dem jeweiligen Unternehmen mit dem entsprechenden Einblick, der Einsatz des persönlichen Netzwerkes und ein ganzheitlicher Beratungsansatz bei.

In der anschließenden Diskussion wurde auf Gesichtspunkte des Bürokratieabbaus, insbesondere vor dem Hintergrund der EU und deren Förderprogrammen, des Ratings (Basel II) und der Kreditvergabepraxis der Banken (Unterschied Großbanken einerseits und genossenschaftlichen Banken und Sparkassen andererseits) eingegangen. Bürgermeister Schneider schloss die Veranstaltung mit einem herzlichen Dank an den Referenten und wies darauf hin, dass das nächste Wirtschaftsgespräch im November 2011 stattfinden wird.